Zocor: Wirkung, Anwendung und Insider-Tipps zum Cholesterinsenker Simvastatin

Mai, 22 2025

Wer schon mal einen Blick auf seinen Laborzettel geworfen und dabei einen roten Pfeil beim Cholesterin entdeckt hat, kennt das Gefühl: Plötzlich geht es nicht mehr um Zahlen, sondern um das eigene Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Und dann steht da auf Rezept ein Name: Zocor. Klingt wie ein Superheld - dabei versteckt sich dahinter das bekannteste Simvastatin. Aber was genau macht dieses Medikament eigentlich, außer dass Ärzte und Apotheken es scheinbar jeden Tag nennen? Werfen wir einen ungeschönten Blick auf den täglichen Begleiter vieler Menschen in Österreich – samt Tipps, Erfahrungen und echten Daten, damit aus einer verwirrenden Diagnose sinnvolle Entscheidungen werden.

Was ist Zocor – und wozu braucht man es?

Stell dir vor, in deinem Körper läuft ein unsichtbarer Kampf ab. Jede Zelle braucht Cholesterin, aber zu viel davon verstopft die Leitungen, und am Ende stehen Schlaganfälle oder Herzinfarkte auf dem Programm. Zocor, der Markenname von Simvastatin, gehört zur Medikamentengruppe der Statine und hilft, das LDL-Cholesterin (das "böse" Cholesterin) gezielt zu senken. In Österreich greifen Hunderttausende zu Zocor, meist ab dem mittleren Alter oder bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Wichtig: Niemand nimmt Zocor zum Spaß oder weil es in ist – meist steckt eine reale Gefahr dahinter, die nicht einfach wegignoriert werden kann.

Interessant: Allein 2023 wurden in Österreich über sieben Millionen Packungen von Statinen – darunter Zocor – verschrieben. Simvastatin ist im Vergleich zu anderen Statinen wie Atorvastatin oder Rosuvastatin ein „Oldie“, aber immer noch sehr beliebt. Das liegt auch daran, dass es als Generikum preiswert geworden ist und die Erfahrung mit dem Medikament über Jahrzehnte gewachsen ist. Ärzte vertrauen darauf, weil die Wirkung klar bewiesen wurde. Wohl fast jeder Hausarzt hat schon zig Patienten erfolgreich auf Zocor eingestellt, und nur selten gibt es ein echtes Problem mit der Verträglichkeit.

Beim Cholesterin geht es meistens um zwei Zahlen: LDL („böse“) und HDL („gute“). Zocor senkt vorrangig das LDL, manchmal sogar um mehr als 40%. Ein Paradebeispiel war Herr Schmidt, ein pensionierter LKW-Fahrer aus Wien, dessen Cholesterinwerte nach acht Wochen Simvastatin-Einnahme von 250 mg/dl auf 130 mg/dl purzelten. Das beeindruckte sogar seine skeptische Tochter. Aber keine Zauberei: Die Tablette verhindert, dass die Leber zu viel Cholesterin produziert, und unterstützt so den Abbau in den Blutgefäßen.

Falls du dich fragst, ob man das nicht auch nur mit Sport und Gemüse schafft: Für manche reicht das, wer aber schon einen Herzinfarkt hatte oder starkes Cholesterin-Gen mit sich herumschleppt, bekommt das selten alleine geregelt. Dann schlägt die Stunde von Zocor und Co.

Zocor ist kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil – es ist ein Rettungsanker für alle, bei denen Lebensstil allein nicht reicht.

Anwendung und richtige Einnahme von Zocor

Die kleine Tablette nach dem Zähneputzen und vor dem Einschlafen – so sieht der Alltag für viele aus. Zocor kommt meistens in Tablettenform mit Dosierungen von 10 mg bis 80 mg. Die häufigste Anfangsdosis sind 10 oder 20 mg abends, denn über Nacht läuft die Cholesterin-Produktion in der Leber auf Hochtouren. Wichtig: Zocor wird immer abends genommen, sonst geht der Wirkungseffekt verloren. Wer das Medikament tagsüber einwirft, kann die Wirkung ausbremsen. Klingt komisch, aber die Leber richtet sich nach unserem Biorhythmus – und Medikamente eben auch.

Der Einstiegsfehler ist oft zu finden: „Ich habe’s vergessen, naja, doppel ich’s morgen.“ Schlechte Idee! Die doppelte Dosis am nächsten Morgen bringt nichts außer Nebenwirkungen. Lieber auslassen und einfach wieder abends einsteigen. Die meisten Hausärztinnen und Kardiologen geben das so weiter – schließlich zählt, was über Wochen im Körper wirkt, nicht, was gerade in einem Tag landet.

Bei der Dosierung entscheidet der Arzt nach Risikoprofil: Jemand mit frischem Herzinfarkt startet meist höher, jemand mit „nur“ erhöhten Cholesterinwerten fängt niedrig an und bekommt Anpassungen nach einigen Wochen. Gute Nachricht: Wer unter 10 mg bleibt, hat kaum Risiken für Nebenwirkungen. Je höher die Dosis, desto genauer wird kontrolliert – mit Bluttests nach sechs bis acht Wochen. Dabei wird neben Cholesterin auch die Leber kontrolliert, denn selten mal ärgert Simvastatin den Blutfarbstoff, was sich durch Müdigkeit oder Gelbfärbung der Haut zeigen könnte.

Tipps für den Alltag: Nie mit Grapefruitsaft einnehmen. Der blockiert den Abbau von Zocor, und plötzlich ist viel zu viel Wirkstoff im Blut. Klingt nach Bartträger-Märchen, stimmt aber wirklich – der Saft schaltet Enzyme aus, welche die Leber zum Abbau braucht. Und wer zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Johanniskraut oder Omega-3 greift: Am besten vorab mit der Hausärztin abklären.

Manche Medikamente „fressen“ sich gegenseitig auf oder verstärken Nebenwirkungen – Antibiotika, einige Pilzmittel oder Blutverdünner sind Kandidaten, bei denen der Arzt besser ein Auge drauf werfen sollte. Ein kurzer Abschnitt aus der ärztlichen Praxis meiner eigenen Familie: Meine eigene Schwiegermutter bekam plötzlich Muskelprobleme, als sie Zocor zusammen mit einem starken Pilzmittel nahm – der Hausarzt suchte lange, bis der Zusammenhang klar wurde. Immer bei neuen Medikamenten kurz nachhaken, ob sie mit Zocor zusammenpassen.

Wer dauerhaft Zocor nimmt, bekommt Routine: Rezept, Blutwerte, Tablettendose – irgendwann wird das so normal wie der tägliche Kaffee. Aber auch das große Ziel bleibt: Den besten Schutz vor Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rausholen.

Wie Statine wie Zocor wirken – Fakten und Zusammenhänge

Wie Statine wie Zocor wirken – Fakten und Zusammenhänge

Zocor blockiert ein ganz bestimmtes Enzym in der Leber mit dem klingenden Namen HMG-CoA-Reduktase. Simvastatin dockt sich an wie ein Schlüssel ins Schloss und verhindert, dass der Körper den Hauptbaustein für Cholesterin überhaupt zusammenbastelt. Mehr als 80% unseres Cholesterins stammt nämlich aus der Leber, und nur ein kleiner Rest aus Lebensmitteln. Wer also glaubt, Speckkartoffeln seien das größte Risiko, täuscht sich: Es ist die körpereigene Leber-Produktion, die oft aus dem Ruder läuft.

Der echte Knackpunkt: Nicht alle Menschen reagieren gleich stark auf die gleiche Dosis. Das nennt sich Pharmakogenetik (ja, das steckt keine Magie dahinter, sondern Gene). Manche, wie mein Freund Martin, brauchen nur kleine Dosen, andere können locker 20 mg vertragen und müssen trotzdem erhöht werden. Das ist einer der Gründe, warum Ärzte regelmäßige Checks empfehlen und die Dosis anpassen.

Wirklich eindrucksvoll: Ein Vergleich von Patienten aus Wien zeigt, dass mit konsequenter Einnahme von Zocor die Risiken für einen Herzinfarkt um etwa 25% geringer werden. Die Daten stammen aus der großen „Heart Protection Study“, die auch in österreichischen Kliniken begleitet wurde. Daraus ergibt sich: Wer dran bleibt, profitiert langfristig. Aber – und das hören viele nicht gern – der Effekt ist kein Sprint. Das volle Potenzial entfaltet Zocor erst nach einigen Monaten, manchmal sogar nach einem halben Jahr.

Ein anderes Detail, das oft überrascht: HDL, das „gute“ Cholesterin, steigt unter Simvastatin nur kaum an. Wer also denkt, Zocor dreht an allen Cholesterin-Schrauben, irrt ein wenig. Dafür sinken die Blutfettwerte (Triglyzeride) aber oft auch ein Stück mit. Wer einen besonders hohen LDL-Startwert hat – sagen wir, 250 mg/dl – erreicht oft schon unter 40 mg Simvastatin einen Wert, der als „herzsicher“ gilt: unter 100 mg/dl. Manchmal braucht es aber auch Kombinationstherapien, zum Beispiel mit Ezetimib, wenn die Werte eisern bleiben.

Hier eine kompakte Übersicht gängiger Veränderungen bei Cholesterinwerten – basierend auf österreichischen Patientendaten:

SubstanzLDL-Senkung (ca.)HDL-Anstieg (ca.)Triglyzeride (ca.)
Simvastatin 20mg30-40%5-10%10-20%
Simvastatin 40mg35-50%5-10%15-25%
Atorvastatin 20mg35-50%5-10%20-30%

Das zeigt: Der Unterschied der Werte ist greifbar – vor allem, wenn man mehrere Blutkontrollen vergleicht. Wer seine eigene Entwicklung sehen will, sollte Zahlentabellen führen oder die Werte in einer App festhalten. Der Blick auf den Verlauf motiviert mehr als jedes Drohwort im Beipackzettel.

Wichtig: Zocor ersetzt keine Bypass-Operation, aber es kann verhindern, dass man eine braucht. Besonders bockige Werte schlagen sich auch auf die großen Gefäße im Hals oder an den Beinen nieder. Wer zum Beispiel einmal einen Gefäßultraschall gemacht hat und eine Wandverdickung gesehen hat, dem bleibt die Wirkung von Zocor viel besser im Gedächtnis – immerhin ist der Sinn nicht das resultierende Laborblatt, sondern das echte Leben ohne Schlaganfall oder Infarkt.

Risiken, Nebenwirkungen und wie man sie in den Griff bekommt

Die größte Sorge vor Statinen dreht sich um mögliche Nebenwirkungen – allen voran Muskelschmerzen oder Schwächegefühl. Aber: Nur rund 5 bis 10% der Anwender berichten darüber. Das Risiko steigt mit der Dosis und mit gleichzeitig eingenommenen Medikamenten, die denselben Stoffwechselweg beanspruchen (z. B. einige Antibiotika, Pilzmittel, HIV-Medikamente).

Klassische Symptome wie Muskelkater nach dem Sport lassen sich meist klar von echten Simvastatin-Problemen unterscheiden. Echter Zocor-Bedarf zeigt sich oft in diffusen, anhaltenden Muskelschmerzen, vor allem in Waden oder Oberarmen – nicht nach dem Training, sondern plötzlich beim Treppensteigen oder im ganz normalen Alltag.

Der Trick aus der Praxis: Beim ersten Auftreten Pausieren, abklären, und dann die Dosis verringern oder wechseln. Wer Muskelprobleme bekommt, sollte dies dem Arzt berichten, und nicht einfach absetzen – häufig reicht schon eine minimale Dosis oder der Wechsel zu einem anderen Statin, um die Beschwerden auszuschalten. Extrem selten (bei 1 von 100.000) kann es zu einer schwereren Muskelerkrankung (Rhabdomyolyse) kommen – da steigen dann zusätzlich die Leberwerte an, und der Urin wird dunkel. In so einem Fall immer sofort zum Arzt.

Andere Nebenwirkungen sind vergleichsweise harmlos: Man spricht von leichten Verdauungsproblemen oder Kopfschmerzen, manchmal Müdigkeit oder Schlafstörungen. Bei den meisten verschwinden diese Begleiterscheinungen nach ein paar Wochen von selbst, weil sich der Körper daran gewöhnt.

Übrigens: Es gibt keinen Nachweis, dass Statine das Gedächtnis schwächen. In der Familie erzählte mir mein Onkel felsenfest, sein Namensgedächtnis habe unter Statinen gelitten – die kontrollierten Studien finden dazu aber keine klaren Zusammenhänge. Ähnlich sieht es bei der Diabetes-Gefahr aus: Eine leichte Erhöhung der Zuckerwerte gibt es manchmal, vor allem bei Menschen, die ohnehin an der Grenze zur Zuckerkrankheit stehen. Wer also bei sich oder in der Familie eine Diabetesrisiko kennt, sollte regelmäßig die Langzeitwerte beim Arzt kontrollieren lassen.

Tipps aus dem Alltag bei Nebenwirkungen:

  • Nie eigenmächtig absetzen, immer zuerst Rücksprache mit Arzt oder Ärztin halten
  • Nebenwirkungen notieren (Wann? Wo? Wie oft?) und Hergang schildern
  • Alternativen in Erwägung ziehen – Atorvastatin oder Rosuvastatin reagieren teils milder
  • Muskelproteine (CK) und Leberwerte regelmäßig kontrollieren lassen
  • Bei ungewöhnlicher Schwäche sofort aufhorchen und gegebenenfalls die Dosis reduzieren

Im Alltag entwickelt man ein gutes Gefühl dafür, was normal ist und was auffällig. Meistens gewinnt das Bewusstsein: Ohne Schutz durch Zocor ist das Risiko viel höher, einen Infarkt oder Schlaganfall zu bekommen – die Tablette ist also kein Übel, sondern ein Gewinn an Sicherheit.

Praktische Tipps und Erfahrungen zum Umgang mit Zocor

Praktische Tipps und Erfahrungen zum Umgang mit Zocor

Zwischen all den Zahlen und Beipacktexten steckt noch eine andere Wahrheit: Die meisten Menschen mit Zocor haben nach kurzer Zeit ihren eigenen Rhythmus gefunden. Hier einige Tipps, die ich im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis immer wieder höre und weitergebe:

  • Tablette immer zum selben Zeitpunkt nehmen – das trainiert die innere Uhr und verringert das Risiko fürs Vergessen
  • Blutwerte konservativ alle sechs Monate checken lassen, aggressiver bei starken Dosiserhöhungen
  • Bei Muskelbeschwerden kurze Pause, dann mit geringerer Dosis weitermachen – nie abrupt stoppen (außer nach Rücksprache!)
  • Eigene Essgewohnheiten weiter anpassen – unterwegs mit den Kids im Stadion hilft Schoko nicht mehr als Zocor, Obst oder Rohkost passen immer besser zu den neuen Routinen
  • Bei Familienfeiern oder Restaurantbesuchen kleine Ausnahmen einplanen, aber nicht übertreiben – Ausrutscher killen nicht die Therapie, aber Regeln sind nützlich!
  • Zusätzlich Bewegung in den Alltag bringen – egal ob Spaziergang mit Mara oder Basketball mit Kilian im Park, Bewegung verstärkt die Wirkung der Tablette
  • Wenige Minuten nach dem Einnehmen nicht sofort schlafen – ein Glas Wasser dazu, dann geht alles seinen Weg
  • Die eigene Medikamentenpackung sichtbar platzieren, zum Beispiel neben der Zahnbürste oder am Nachttisch
  • Tausche dich mit anderen Betroffenen aus – Erfahrungen helfen mehr als jedes Fachbuch! Bei langen Winterabenden in Wien entstehen oft die besten Ideen für den Alltag
  • Spaß bewahren – langsam stellt sich Routine ein, und das Thema verliert seinen Schrecken

Kleiner Geheimtipp für Eltern: Wer Kindern sein eigenes Gesundheitsbewusstsein vorlebt, gibt auch ihnen ein Stück Sicherheit und ein gutes Beispiel. Und selbst wenn man nicht täglich die große Runde schafft – die Kombi aus Bewegung, vernünftiger Ernährung und Zocor als Sicherheitsnetz sorgt dafür, dass sich das Leben nicht um Tabletten dreht, sondern um alles, was mit Herz und Freunden möglich bleibt.

5 Kommentare

  • Image placeholder

    Dag Melillo

    Juni 1, 2025 AT 00:27

    Es ist faszinierend, wie ein simples Molekül wie Simvastatin das Gleichgewicht unseres Körpers so tiefgreifend beeinflusst, als wäre es ein stiller Architekt hinter den Kulissen der Biologie. Die Leber, diese unsichtbare Fabrik, produziert mehr Cholesterin, als wir jemals brauchen, und Zocor nimmt ihr einfach den Schlüssel zum Bauwerk weg. Es ist kein Wundermittel, aber ein Werkzeug, das uns erlaubt, mit unserer genetischen Handkarte zu leben, ohne gleich in den Abgrund zu stürzen. Viele denken, Gesundheit sei nur Sport und Gemüse, aber wer mit einer Veranlagung geboren wurde, die ihm die Leber zum Feind macht, der braucht mehr als Disziplin - er braucht Chemie, die versteht, wie der Körper tickt. Und das ist kein Verbrechen, das ist Medizin als Form der Selbstfürsorge, die nicht moralisiert, sondern einfach funktioniert. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, nicht zu versagen - und Zocor hilft dabei, dass wir nicht versagen, wenn es zählt.

    Manchmal frage ich mich, warum wir so oft gegen die Medizin kämpfen, als wäre sie eine Unterdrückung, statt eine Erweiterung unserer Möglichkeiten. Wir akzeptieren Brücken, die uns über Abgründe tragen, aber wenn ein Tablet uns über den inneren Abgrund hilft, wird es als Abhängigkeit verurteilt. Dabei ist es doch nur ein Stützpfeiler in einem Haus, das sonst vielleicht einstürzen würde. Wir sollten aufhören, Medikamente als Zeichen von Schwäche zu sehen - sie sind Zeichen von Weisheit, wenn sie richtig eingesetzt werden.

    Und ja, Grapefruitsaft ist ein Feind. Aber das ist nicht der große Skandal - der große Skandal ist, dass wir so viele Menschen allein lassen mit dieser Diagnose, ohne sie wirklich zu begleiten. Die Medizin hat die Wirkung, aber nicht immer die Empathie. Und das ist das, was wirklich zählt.

    Ich habe einen Freund, der nach fünf Jahren Zocor jetzt wieder bergauf läuft, als wäre er zwanzig. Nicht weil er plötzlich Yoga gemacht hat, sondern weil er endlich aufgehört hat, sich für das Medikament zu schämen. Das ist der wahre Erfolg.

    Wir brauchen mehr Geschichten wie diese, nicht mehr Angst vor Pillen.

    Es ist nicht die Tablette, die dich verändert - es ist die Entscheidung, dich nicht aufzugeben.

  • Image placeholder

    Joyline Mutai

    Juni 2, 2025 AT 18:29

    Oh wow, endlich mal jemand der nicht nur von ‘gesundem Lebensstil’ faselt, als wäre das der Heilige Gral der Medizin. Klar, wenn du 30 bist und jeden Tag eine Banane isst, dann reicht das - aber wenn du 62 bist, 20 Jahre lang Wiener Würstchen mit Pommes verschlungen hast und dein LDL wie ein Raketenstart in die Höhe schießt, dann ist Zocor nicht ‘ein Wundermittel’ - es ist dein letzter Rettungsring. Und nein, ich will nicht hören, dass ‘natürlich’ besser ist, wenn ‘natürlich’ bedeutet, dass du mit 55 auf dem OP-Tisch liegst.

    Ich hab ne Cousine, die hat nach 3 Monaten Zocor plötzlich ‘Muskelkater’ gehabt und sofort abgesetzt. Hat sich dann 2 Jahre lang geweigert, zum Arzt zu gehen. Jetzt hat sie einen Bypass. Und ja, sie schreit immer noch ‘natürlich!’ - aber ihr Herz pumpt nicht mehr so gut.

    Statine sind nicht böse. Die sind wie ein Feuerlöscher. Du brauchst ihn nicht, wenn du nie kochst. Aber wenn du jeden Tag Fett in die Pfanne schüttest? Dann ist der Feuerlöscher nicht der Feind - du bist’s, wenn du ihn wegwirfst.

    Und Grapefruitsaft? Ja, der ist ein arschiges kleines Miststück. Aber wer hätte das gedacht, oder? Nicht ich, als ich’s zum ersten Mal hörte. Aber jetzt? Ich trink keinen mehr. Und mein Cholesterin dankt es mir.

    Und nein, ich hab keine Ahnung, was ‘HMG-CoA-Reduktase’ ist. Aber ich weiß, dass es funktioniert. Und das reicht mir.

  • Image placeholder

    Silje Jensen

    Juni 2, 2025 AT 20:24

    ich hab zocor seit 2 jahren und am anfang war ich total verängstigt, dachte ich werd so abhängig und mein körper kaputt machen… aber dann hab ich gemerkt, dass ich mehr energie hab, weniger müde bin, und mein arzt hat gesagt, mein herz ist jetzt ‘ruhiger’… das hat mich gerührt.

    ich hab auch grapefruitsaft nie mehr getrunken, hab das erst nach ner google-suche rausgefunden, dass das schlecht ist. dachte immer, das ist ‘gesund’… 😅

    meine mutter hat auch zocor und sie sagt, sie vergisst es oft, aber sie hat jetzt nen wecker gestellt, neben der zahnbürste. das hilft.

    muskelweh? ja, hatte ich mal, aber nur kurz. hab die dose runtergesetzt und alles gut. arzt war super.

    ich find’s krass, dass so viele leute sich schämen, pillen zu nehmen. aber ich find’s doch richtig, dass wir uns um uns kümmern. ich bin stolz, dass ich das mache. nicht weil ich krank bin, sondern weil ich leben will. 💙

  • Image placeholder

    Astrid Pavón Viera

    Juni 3, 2025 AT 09:05

    also ich hab das jetzt gelesen und dachte: wow, das ist ja fast wie ein Liebesbrief an ein Medikament 😂

    aber echt, Zocor ist wie der stille Typ in der Klasse, den keiner beachtet, bis plötzlich alle merken, dass er derjenige ist, der die Prüfung gerettet hat.

    ich hab meine Oma gesehen, die nach 6 Monaten Zocor wieder ohne Atemnot die Treppe hochkommt. vorher hat sie gesagt, sie würde lieber sterben, als ‘Chemie’ zu schlucken. jetzt sagt sie: ‘Das kleine weiße Ding, das ich abends nehme - das ist mein kleiner Held.’

    und ja, Grapefruitsaft ist der Verräter. Ich hab’s auch gelernt, als ich versehentlich ‘gesunden’ Saft mit meinem Medikament kombiniert hab. Plötzlich war ich wie betrunken, nur ohne Spaß. 🤢

    ich find’s total cool, dass man hier so viele echte Tipps kriegt. Nicht nur ‘mach Sport und iss Gemüse’ - sondern wie man das in den Alltag kriegt.

    und nein, ich hab kein Medikament - aber ich werd jetzt mal meinen Opa fragen, ob er seinen Arzt anruft. Der hat die Werte wie ein Vulkan. 😅

  • Image placeholder

    Kaja Hertneck

    Juni 4, 2025 AT 00:30

    Was ist das für ein Land, in dem wir uns schämen, ein Medikament zu nehmen, das uns am Leben hält? In Österreich, dem Land der Musik, der Alpen, der Ordnung - da wird noch immer behauptet, ‘natürlich’ sei besser. Aber wer hat je einen Alpenpfeffer als Statin versucht? Wer hat jemals einen Schafskäse verschrieben, der LDL senkt?

    Wir sind ein Volk, das denkt, Gesundheit sei eine Moralfrage. Aber sie ist eine chemische. Sie ist eine Frage von Enzymen, von Genen, von Leberzellen, die sich weigern, aufzuhören. Und wir? Wir verurteilen die Lösung, statt die Krankheit zu bekämpfen.

    Die Schweden nehmen Statine wie Brot. Die Deutschen diskutieren darüber, ob es ‘gut’ ist. Und wir? Wir sitzen hier und reden über ‘Lebensstil’, als wäre das ein Glaubensbekenntnis und keine Ausrede für Untätigkeit.

    Ich habe einen Bruder, der nach einem Herzinfarkt Zocor bekam. Er hat nie mehr ein Würstchen gegessen. Er hat nie wieder einen Wein getrunken. Er hat jeden Tag 10.000 Schritte gemacht. Und trotzdem - seine Werte blieben. Bis er Zocor nahm. Dann sanken sie wie ein Stein.

    Das ist kein Verrat an der Natur. Das ist ein Sieg über die Zufälligkeit des Körpers.

    Und wer sagt, das sei ‘nicht natürlich’? Dann frag ihn, ob er auch kein Antibiotikum nimmt, wenn er Lungenentzündung hat. Oder ob er auf die Insulin-Spritze verzichtet, weil ‘der Körper das schon regelt’.

    Wir sind keine Heiligen. Wir sind Menschen. Und manchmal braucht ein Mensch eine Tablette, um weiterzuleben. Und das ist nicht schlimm. Das ist mutig.

    Und wenn du das nicht verstehst - dann hör auf, andere zu verurteilen. Und fang an, dich selbst zu retten.

Schreibe einen Kommentar